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Entwicklung der Klasse

Wenn bei vielen Modellyachtseglern der Eindruck vorherrscht als würde hier eine neue Bootsklasse entstehen so ist dies nur bedingt richtig. Statt von einer "neuen" Bootsklasse sollte man besser von einer "noch unbekannten" Klasse sprechen, zumindest was die meisten europäischen Länder anbetrifft.

In Wirklichkeit zählt die Klasse "RG-65" zu den weltweit ältesten Wettbewerbsklassen die ihre Hauptverbreitung aber vorwiegend in Südamerika hat. Dort sind die RG65er die bekanntesten Einsteigerboote, etwa mit der deutschen Micro Magic zu vergleichen.

Regatta in Buenos Aires
Erstmals aufgetaucht sind diese Boote bereits im Jahr 1950, entwickelt vom Argentinier Juan Ghersi als freisegelnde Klasse. Sein Ziel war es ein transportfreundliches aber dennoch möglichst gut segelndes Boot zu entwickeln. Nach seinen Berechnungen war diese Zielsetzung am Besten mit einer Bootslänge von 65 cm und einer Masthöhe von ca. 1m zu erreichen. Er nannte diese Bootsklasse daher "G-65".

Mitte der 70er-Jahre wurde dann der Einsatz einer Fernsteuerung vorgesehen und die Klassenbezeichnung auf "RG-65" (R = radio controlled) geändert. Aus dieser Zeit stammen auch die heute noch aktuellen Klassenregeln die im Wesentlichen aus 4 Punkten bestehen:

- Monorumpf
- Rumpflänge 65cm +/- 0,5cm
- Masthöhe max. 110 cm über Deck
- Segelfläche max. 0,225 m²

Einschränkungen bezüglich der zu verwendenden Materialien gibt es nicht. So entstanden eine Vielzahl von Entwürfen, angefangen vom einfachen Holz-Knickspanter bis hin zum CFK-Leichtbau. Das segelfertige Gesamtgewicht dieser Boote liegt zwischen 1.000 und 1.200 Gramm, spezielle Leichtwind-Konstrukitionen erreichen 800 Gramm.

Aktueller Stand

Fredo Vollmer mit seiner "Palo de Agua"
Bedenkt man die wirklich hervorragenden Segeleigenschaften dieser Boote so mag es verwundern dass es über 50 Jahre gedauert hat bis die ersten Exemplare den Weg nach Europa gefunden haben. Vor allem der Website von Fredo Vollmer ist es wohl zu verdanken dass nun auch bei uns die ersten Modellyachtsegler auf diesen Bootstyp aufmerksam geworden sind. In Spanien soll es inzwischen gut 100 RG65er geben, auch in Portugal und Frankreich wurden schon die ersten Boote gesichtet.

Und nun geht es auch in Deutschland voran, am Bodensee gibt es inzwischen eine kleine Flotte mit 10 Booten und in etlichen Bastelkellern wird gerade an der Fertigstellung einer "JIF.65" oder "Palo de Agua" gearbeitet.

Die RG-65 Klasse in Deutschland

RG65er sind reine Leistungsmodelle, die Formen von Rumpf und Rigg wurden für bestmögliche Segeleigenschaften ausgelegt. Wer dies zu schätzen weiß wird mit diesen Booten viel Spaß haben, es gibt aber sicher auch viele Modellyachtsegler die eine originalgetreuere Optik bevorzugen. Denen steht eine große Palette an Baukasten- und Fertigbooten zur Auswahl.

Eine RG-65 ist das ideale Boot für den Einstieg in das Regattasegeln. Geringe Baukosten (max. 50 EUR), einfacher Transport sowie die guten Segeleigenschaften sind hierfür die optimalen Voraussetzungen. Um dies zu unterstützen wurde die "RG-65 Open" als freie Klassenvereinigung geschaffen. Damit neben den reinen RG65-Konstruktionen auch noch andere Modellyachten bei Regatten mitsegeln können wurden die Original-Klassenregeln etwas vereinfacht, daher auch der Zusatz "Open".

Als Informations- und Kommunikationsportal der "RG-65 Open" dient diese Website.
Interessenten finden hier folgende Informationen:

- Bereitstellung von aktuellen Informationen über die Klassenvereinigung
- Hilfestellung beim Bau einer RG-65
- Downloadmöglichkeit von Bauplänen
- Tuningtipps für Baukasten- und Fertigboote
- Regatta-Terminkalender
- aktuelle Rangliste


Es wäre schön wenn sich viele Modellyachtsegler für diese Bootsklasse begeistern würden und wir uns bald bei den ersten RG-65 Regatten treffen!