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Alauda

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Alauda

Alauda - eine Lerche lernt fliegen

Joachim Pelka (Kontaktaufnahme über das Forum möglich, Nick haegar)

Modellsegeln - nach vielen Jahren vorbildgetreuem Modellbau und Großbootsegeln bin ich über einen befreundeten Segelmacher an's Modellsegeln geraten. Angefangen hat alles mit einer Kyosho-Fortune, die kräftig gepimpt inzwischen auch RG65-tauglich ist. Wegen der schlechten Segeleigenschaften dieser optisch sehr ansprechenden Klasse fiel es einem guten Bekannten nicht schwer, mich mit dem Micro-Magic-Virus zu infizieren. Aber schon damals stand für mich fest, irgendwann werde ich mich in eine Konstruktionsklasse wagen.

Die Initialzündung gab es durch die RG65-Meisterschaft in Leipzig im Jahr 2006. In der MM-Flotte Ost wurden damals einige RG65-Projekte angestoßen und zum Teil bis zur DM auch erfolgreich abgeschlossen, darunter auch der Umbau meiner Fortune. Mit der konnte ich zwar aus Termingründen dann doch leider nicht antreten, das sollte weiteren RG-Projekten aber nicht im Wege stehen. Ich hatte nämlich schon damals eine Laerke65-Schale von Uwe Koch in der Werkstatt zu liegen. Die Laerke wurde kurzerhand zum Winterprojekt erklärt und auch in Angriff genommen.

Der Rumpf

Die Schale von Uwe ist ein wirkliches Fliegengewicht. Über einem Positivkern aus zwei Lagen 105er und einer Lage 49er Gewebe laminiert wiegt sie nur etwa 65g und ist natürlich ohne alle Verstärkungen ziemlich wabbelig. Das soll einen aber nicht irritieren, da so ein Rumpf seine richtige Stabilität erst erhält, wenn das Deck aufgesetzt wird. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Als ersten Schritt klebte ich aus 1,5mm GfK den Bugspant mit UHU Plus Endfest 300 ein. Durch die relativ scharfe Rundung des Bugspants am Kiel ist die Schale hier sehr empfindlich und dieser Spant verhindert Beschädigungen bei späteren Handling der Schale.

Als nächsten musste eine Bezugsebene im Rumpf für die weiteren Einbauten geschaffen werden. Hier bietet sich der Hauptspant an, an den sich nach achtern der Kielkasten anschließen lässt und vor dem später die Masttasche angeordnet ist. Der Hauptspant sollte aus einem Sandwich geschnitten werden. Dazu laminiert ich 49er Glasgwebe beidseitig auf 3mm Hartschaumplatten und erlebte mein erstes Desaster. Da ich in kleinen Mengen keine Airex o.ä. auftreiben konnte, nahm ich bei Ebay günstig geschossene Hartschaumplatten aus dem grafischen Bereich. Dummerweise hielt das Laminat nicht auf der Oberfläche. Es ließ sich ablösen, als ob die Oberfläche mit einem Trennmittel behandelt worden wäre. Da half kein Lösenmittel, nicht einmal Anschleifen. Im zweiten Anlauf laminierte ich den Sandwich aus dem 49er Gewebe und 2mm-Balsaholz, was eine leichte und stabile Platte ergab, aus der ich den Hauptspant aussägen konnte. Exakt ausgerichtet wurde der Spant erst mit 5min Epoxi eingeheftet und dann mit Endfest 300 verklebt.

Der Kielkasten wurde aus dünnen GfK-Platten aufgebaut, in die Schale eingesetzt und mit dem Rumpfboden und dem Hauptspant verklebt. Zur besseren Krafteinleitung in den Rumpfboden wurden rechts und links vom Kielkasten Balsa-Dreikantleisten mit eingeklebt.

Ein weiterer Spant wurde ins Heck eingeklebt. Zusätzlich wurden noch zwei Spanten mit Klebeband eingeheftet, um die Schale richtig in Form zu bringen. Das war nötig, damit die Balkweger, auf die später das Deck aufgeklebt wird, in der richtigen Position entlang der Rumpfoberseite verklebt werden konnten.

Das Deck

Der geneigte Leser wird es schon gesehen haben. Meine Laerke sollte ein Skiffdeck erhalten. Als Grundlage dafür diente ein Spantengerippe, das auf eine Hartfaserplatte aus den Teilen aufgebaut wurde, die ich vorher aus den Spanten ausgeschnitten hatte. Mit 2mm Leisten beplankt und einem 163g-Gewebeüberzug versehen wurde die so entstandene Negativform gespachtelt und geschliffen, bis sie eine brauchbare Oberflächenqualität aufwies. Da ich nicht vor hatte, mit Gelcoat zu arbeiten, verkniff ich mir eine Hochglanzlackierung und beendete die Arbeiten beim Feinschliff mit 320er Papier. Drei Schichten Trennwachs und eine Schicht Trennlack vollendeten die Oberflächenbehandlung und es konnte laminiert werden.

Eine Gewebelage 49er und zwei Lagen 80er Gewebe bildeten das Laminat, wobei es im Bereich der Stufe zwischen Skiff-Achterschiff und Brückendeck mit Einschneiden und Stückeln etwas tricky war, bis das Gewebe überall sauber anlag.

Das Entformen war dank der guten Vorbehandlung ein Kinderspiel. Das fertig beschnittene Decksteil bringt exakt 30g auf die Waage, wobei das Deck nach vorn bis 65mm vor den Hauptspant geht. Wenn klar ist, wie das Vorschiff aussehen wird, werde ich hier noch einiges abschneiden können.

Als nächstes war das Vorschiff dran. Das mit der genauen Form war aber so eine Sache. Ich finde die IOM-Knickform irgendwie optisch nicht so toll. Also müssen Rundungen her - etwas flacher vorn, deutlich ausgeprägter weiter hinten, so dass eine angedeutete Kajüte entsteht. Irgendwie war ich selber nicht wirklich überzeugt davon, aber ich ging es an. Ein Hartfaserpappenrest wurde eingepasst, Spanten aufgestellt, geplankt, gespachtelt, geschliffen, ... ihr kennt das ja.

Zum Laminieren ideal wäre eine Negativform, da man gleich die Verstärkungen mit einlaminieren kann. Die Oberflächenqualität des Formkerns war aber nicht gut genug und zum Lackieren mit allem drum und dran hatte ich keine Lust (gibt es eigentlich einen 1K-Lack, der das Trennwachs abkann?). Außerdem war ich von der Formgebung nicht wirklich überzeugt. Also gab es erst einmal nur einen Abzug vom Positiv, wieder in der Schichtenfolge 2x80g, 1x 49g. Nach dem Entformen kam dann der Schock. Die Qualität war zwar ok, aber das Ding war viel wabbeliger als erwartet. Die Formgebung des Skiffdecks trug da offenbar ganz massiv zur Stabilität bei. Dafür wog das Vordeck aber auch nur 12g.

Mal sehen, wie es jetzt weitergeht. Im Rumpf hatte ich inzwischen noch zwei Kohlefaserbänder im Kielkastenbereich eingezogen, die einen irren Zuwachs an Stabilität gebracht haben. Vielleicht reicht das auch beim Deck im Vorschiff. Wenn nicht, muss ich das halt nochmal machen. Interessant ist, das Arne inzwischen ja viel mehr Glas in seine Laminate macht, bei relativ geringen Gewichtszuwachs. Vielleicht ist auch das der richtige Weg? Schaun wir mal ...

Jetzt ging es aber erst mal mit dem Skiffdeck weiter. Was nutzt einem das schönste Deck, wenn man nicht mehr an die Innereien gelangt? Es musste also ein großes Luk her, aber wie? Die Cappuccino- oder Parmesandosen-Lösung gefällt mir überhaupt nicht. Sie ist zwar einfach, aber optisch nicht sehr schön. Außerdem sind diese Dosen rund und beschränken damit doch wieder den Zugang. Ulli (Opi44) hat vor einer Weile aber mal eine "Zellgummistöpsellösung" vorgestellt, die offenbar praktikabel ist. Dafür braucht man aber einen Rahmen. Also Restholz gesucht und ein Modell gebaut. Um dickeres Gewebe verwenden zu können, habe ich die Form zweiteilig (1x Positiv, 1x Negativ) gebaut. Das übrige kennt ihr: Formschrägen angearbeitet, gespachtelt, geschliffen, versiegelt, gewachst, Trennlack drauf usw.

Dann kam das erste Laminat. 49er Gewebe als Deckschicht, 2x 163er Köper als tragende Schicht, reichlich Harz auf das Positiv gepanscht, das Negativ rauf, alles gut verpresst und zum Aushärten in die Ecke gestellt.

Links die beiden Formen, rechts der erste laminierte Rahmen und der "Zellkautschukstöpsel"

Bei Entformen kam die große Enttäuschung. Der Abstand zwischen Positiv und Negativ war etwas zu groß geraten und der laminierte Rahmen war voller Lunker und Blasen. Also weg damit und konventionell über dem Positivkern laminiert. 2 Lagen 49er als Deckschicht,3 Lagen 80er für die Stabilität und nochmal Eckenverstärkungen aus 49er Gewebe - schwereres Gewebe hätte sich ohne Spannrahmen nicht gut genug angeschmiegt. Diesmal war das Ergebnis zwar nicht perfekt, aber doch wenigstens zufriedenstellend. Nach dem Beschneiden und Verputzen wurde der Rahmen ins Deck eingepasst und verklebt.

Für den Stöpsel wurde anschließend mit leichtem Übermaß aus einer 10mm Zellkautschukplatte ein Quadrat ausgeschnitten und auf eine Platte aus 0,5mm GfK geklebt. Das lässt sich gut in den Rahmen drücken und dichtet durch den Druck gegen die leicht schrägen Wände.

Nachdem die wesentlichen Steuerungsprobleme gelöst waren, konnte der Rumpf geschlossen werden. Für das Achterstag und für die Befestigung des Schotumlenkblocks wurde achtern eine Traverse aus CfK-Rohr eingebaut, die auch eine zusätzliche Verstärkung des Achterschiffes darstellt. Gleichzeitig ist es auch eine Bremse, falls sich ein fremder Steven mal in das Heck meiner Laerke verirren sollte.

Gelöst werden musste auch noch der Holepunkt für die Großschot. Ein massiver Bügel gefällt mir von der Optik her nicht, einem filigranen Stab, wie ihn manche gern benutzen, war das Luk im Weg. Also baute ich einen Carbon-"Traveller" ein, der allerdings keine Traveller-Funktion aufweist. Zur Schotführung wurde in der Mitte ein Ring angeharzt.

Damit waren die Vorbereitungarbeiten abgeschlossen und das Skiffdeck wurde mit eingedicktem Harz aufgeklebt.

Beim Aufkleben des Skiffdecks wurden die Seiten mit Klebeband und Holzleisten fixiert und angedrückt - Hochzeit nennt sich was bei der Großen, oder?

... und hier das Ergebnis. Die Bordwände sind bereits beigeschliffen.

Nach dem gleichen Verfahren wurde dann auch noch das Backdeck aufgesetzt, nicht allerdings, ohne vorher das Trennschott zur Back einzupassen. Das Trennschott schottet die Back oberhalb des Brückendecks wasserdicht ab und befindet sich vor der Masttasche und damit einige Zentimeter vor dem Hauptspant.

Jetzt begann des Modellbauers liebste Beschäftigung: Spachteln und Schleifen ...

Dabei probierte ich unterschiedliche Verfahren aus. Das Backdeck wurde mit eingedicktem Epoxidharz gespachtelt und verschliffen, der Rumpf dagegen mit G4 behandelt. Mit beiden Varianten wurde ich aber nicht richtig glücklich. Das eindickte Harz füllte nicht genug und das G4 - ich hatte es unverdünnt gestrichen - machte zwar den Rumpf schön hart, verlief aber nicht glatt genug. So war am ganzen Rumpf und am Backdeck zusätzlich eine Schicht Spritzspachtel nötig, die im ersten Durchgang fast komplett wieder heruntergeschliffen wurde, um alle Unebenheiten zu egalisieren. Eine zweite, dünnere Schicht wurde dann nur noch angeschliffen und diente als Grundlage für die Fillerschicht, die die letzten kleinen Porösitäten und Lunker verdeckt.

Langsam lässt sich erahnen, was das ganze mal werden soll.

Hier wirft auch die Technik ihre ersten Schatten voraus. Für Rudergestänge und Schot wurden Hohlnieten in die Stufe zwischen Skiff- und Brückendeck eingesetzt.

Das Lackieren erfolgte mit den erprobten Dupli-Color-Acryllacken- die sind zwar teuer, aber man hinterher gut Fehler auspolieren. Da Ergebnis kann sich einigermaßen sehen lassen, wenn ich auch feststellen musste, dass trotz der aufwändigen Spritzspachtel- und Filleraktion immer noch Lunker und Poren in der Oberfläche sind. Das Zeug geht in kleine Poren wohl doch nicht rein. Na ja, ich glaube ich kann damit Leben.

Damit waren die Arbeiten am Rumpf jetzt wirklich abgeschlossen.

Die Steuerung

Zwischendurch war es aber immer wieder einmal an der Zeit, sich mal dem Innenleben zu widmen. Der Kielkasten war ja schon lange drin. Die Auflage für das Servobrett wurde drum herum geklebt und das erste Servobrett gebaut. Es kam, wie es kommen musste. Im Bestreben, alles möglichst eng und kompakt zu machen, waren sich im Endeffekt Kielkasten und Servos gegenseitig im Weg. 3d-Konstruieren müsste man können. Aber mit dem nicht passenden Muster vor der Nase war schnell klar, was anders werden müsste, und nach ein bisschen Konstruktionsarbeit war das Servobrett Nr. 2 entworfen und gebaut. Das Ruderservo (Graupner C261) sitzt auf Steuerbord neben dem Kielkasten, das Segelservo (GWS IG 200 MG) leicht außermittig hinter dem Kiel. Nach den Erfahrungen mit meiner Fortune wurde der Segelverstellhebel in der Länge (ca. 50mm) gleich entsprechend angepasst. Links vom Kielkasten ist der Platz für den Empfänger vorgesegen.

Lange habe ich bei der Schotführung geknobelt. Im Endeffekt entschied ich mich dafür, unmittelbar hinter dem Hauptspant eine Umlenkrolle einzubauen, die gleichzeitig den Befestigungspunkt für die Schot darstellt. Damit ist gewährleistet, dass die Schot auf einem definierten Weg, der nicht von der Stellung des Servoarms abhängig ist, aus dem Rumpf herausgeführt werden kann.

Bei dichtgeholter Schot wird unmittelbar vor der Rolle ein Auge eingeknotet, an dem Vorschot und Gummizug ansetzen. Der Gummizug hält die Schot unter Deck straff und verhindert dort eine Wuhling. Im Moment tut dort einfacher Hutgummi seinen Dienst. Dieser ist einmal um den Travellerstab geführt und an der Hecktraverse verknotet. Damit ist die verfügbare Länhe verdoppelt und der Gummi wird in gedehntem Zustand nicht zu stark belastet.

Die Vorschot ist auf der anderen Seite nach vorn geführt und läuft auf dem seitlichen Backdeck durch einen Augbolzen. Damit wird sie freigehalten vom Großbaum und läuft doch leicht.

Das Rigg

Bevor das Deck geschlossen werden konnte, musste auch noch die Masttasche her. Entstanden ist sie in der gleichen Bauweise wie die Kieltasche. Sie kommt genau in Verlängerung der Kieltasche vor den Hauptspant. Im Gegensatz zur Kieltasche erhält sie aber einen Boden und ist oben offen. Der Boden dient einmal zur Entlastung der Rumpfschale - die Druckkräfte des Masts werden etwas verteilt - zum anderen enthält der Boden 3 Sacklöcher, die drei verschiedene Positionen für den Mastfuß gestatten. Aus diesem Grund ist die Masttasche auch 18mm lang.

Einblick auf die "Zentrale" der Laerke. Kieltasche, Hauptspant und Masttasche bilden eine Einheit

Mit provisorisch eingestecktem Schwert und Mastrohr beginnt sich langsam die endgültige Form der Laerke abzuzeichnen.

Die oben seitlich sichtbaren "Ohren" dienen einmal der besseren Krafteinleitung in den Hauptspant, zum anderen wird hier auch die Mastplatte verschraubt, die die Position des Masts in Deckshöhe fixiert. Als Beschläge kommen die Mastbeschläge für die Racing MM zum Einsatz, die wie gemacht für die RG65 sind. Der Baum ist als Skiffbaum mit Niederdrücker ausgefüht. Ich finde das optisch gefälliger, als die klassische Anordnung. Außerdem kommt dabei die Nock des Großbaums relativ hoch und beim Lage schieben nicht so leicht mit dem Wasser in Berührung.

Nach einigem Hin und Her und diversen Entwürfen mit dem Freeware-Programm Sailcut entschied ich mich für einen 1,03m langen Mast. Ein 6mm-Excel-CfK-Rohr erhielt unten eine 4mm CfK-Einsatz, der den Mast in der Spur fixiert. Das Excelrohr selbst findet Halt in der Mastplatte, die gleichzeitig die Führungen für den Lümmelbeschlag enthält. über Deck ist dann Platz für ein Square-Head Main mit 925 mm Vorlieklänge und einem 60 mm breiten Kopf. Die Großsegelfläche beträgt 0,145 m2.

Das Vorsegel bringt die übrigen 0,08 m2 ein. Es hat eine Vorliekslänge von 725 mm. Beide Segel sind aus UL-Gittermylar mit eine Flächengewicht von 21g/m2. Die Latten sind aus 0,3mm Carbon und die Verstärkungen aus selbstklebendem Spinnakertuch bzw. bei der Großflächigen Kopfverstärkung des Großsegels ebenfalls aus Gittermylar.

... das Großsegel passt schon mal, die Fock muss noch einmal umgebaut werden. Das Schothorn sitzt etwas zu tief ...

Kiel und Ruder

Parallel zu den anderen Arbeiten standen auch Kiel und Ruder auf dem Arbeitsplan. Während der Kiel aus einem fertigen Aluprofil entstehen sollte, habe ich für das Ruder nichts passendes gefunden. Auch ein leises Anklopfen bei Arne, der für seine Offset ein superaussehendes Ruder gebaut hatte, half mir nicht weiter. Also musste was eigenes her.

Da mir nichts besseres einfiel habe ich ein Ruder der rMM auf den Scanner gelegt, auf 140mm Blattlänge hochvergrößert und nachgezeichnet. Die Oberkante passt perfekt zur Rumpfform, wie beim Einbau des Ruderkokers schon gemerkt hatte. Bei der MM hat mich das Ruder auch überzeugt, also, konnte es nicht so schlecht sein.

Als Grundform wurde der Umriss aus 0,4mm Sperrholz ausgeschnitten und auf beiden Seiten mit zwei Lagen 0,8mm Balsa beklebt. In die Mitte kam noch der Ausschnitt für die Well rein und das große Schleifen konnte losgehen. Mit 80er Sandpapier war das Profil schnell aus dem Vollen gezaubert und der Rohling war fertig zum laminieren.

Die Welle aus 3mm VA wurde zusammen mit zwei VA-Drähten als Verdrehsicherung eingeharzt. Laminiert wurde zunächst mit einer Lage 80er Kohle und einer Lage 49er Glas als Decklage, jeweils in einem Stück um das Blatt herumgezogen. Das war als Ansatz gar nicht so schlecht, aber ohne passende Negativform habe ich das Laminat an der Hinterkante nicht sauber genug verpresst bekommen. In der Folge schliff ich die Kohle bei Zuschleifen der Abrisskante an mehreren Stellen durch ...

Also, alles mit grobem Papier gut übergeschliffen und der zweite Anlauf folgte. Da das Laminat an der Vorderkante noch ok war, laminierte ich eine zweite Lage mit der gleichen Schichtenfolge aber auf jeder Seite getrennt auf. Erst nach dem die erste Seite ausgehärtet und an der Achterkante sauber in Form gebracht war, folgte die zweite Seite. Es war immer noch nicht perfekt, aber nach etwas Schleifarbeit und einer Spritzlackierung mit farblosem Acryllack konnte sich das Ganze durchaus sehen lassen.

Im nächsten Schritt kam an die 47er Aluflosse noch das 550er Kielgewicht von Manfred Prothmann. Ein Ende der Flosse wurde an den Kielkasten angepasst, so dass sie spielfrei in diesem hineinpasst. Das andere Ende wurde um etwa 2-3 Grad angeschrägt, damit die Bombe mit der Nase leicht nach oben zeigt. Das ist wichtig, weil der Segeldruck und die Krängung das Boot im Fahrbetrieb kopflastig trimmen. Durch die Anstellung erzeugt die Bombe dabei nur wenig oder gar keinen Untertrieb und der Strinwiderstand wird verringert. Beides reduziert die Neigung zu Steckern erheblich.

Zur Befestigung wurde im Rumpf ein 3mm-VA-Stab eingeklebt, dessen Gewindeende oben an Deck herausragt. Die Bombe selbst ist mit UHU-plus verklebt, wobei der Spalt zwischen Flosse und Bombe mit Bleistücken aufgefüllt wurde.

Ein Bild davon ist weiter oben zu sehen.

Die Jungfernfahrt

Langsam war Stress angesagt. Viel Kleinkram war noch zumachen und der 30.6., die Sonnenwendregatta in Bad Saarow war angesagt. In abendlichen Stresssitzungen kam die (immer noch nicht umgebaute) Fock an Bord. Die Mastplatte und der Mast wurden erst mal in die mittlere Position montiert.

Die RC-Anlage kam an Bord, wobei ich feststellen musste, dass vermeintlich so kleine Empfänger wie der ACT Digital4 mit Quarz verdammtlang sind (etwa 6,5 cm!). Eigentlich sollte ja auch ein Synthie rein, für den hätte der Platz gereicht ...

Die Antenne wurde in einem Bowdenzuröhrchen unter das Cockpit geschoben und ein Streifen Klettband für den Empfängerakku auf den Rumpfboden geklebt.

Bei Probelauf stellte ich glücklicherweise fest, dass die Einstellungen meiner Fortune fast perfekt auch bei der Laerke passen. Für die Jungfernfahrt sollte das eigentlich reichen.

In diesem Zustand gings es am 30.6. tatsächlich mit der Laerke im Gepäck nach Bad Saarow. Da blies es mit 3-4 und es stand zu Beginn eine doch noch beachtliche Welle. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine Jungfernfahrt. Prompt fiel auch nach wenigen Minuten der Empfänger aus, weil doch nicht unerhebliche Mengen Wasser ihren Weg in den Rumpf fanden (und ich weiss immer noch nicht auf welchem Weg ...). Warum fahren Schiffe in einer solchen Situation eigentlich immer am Wind schnurgeradeaus auf den See hinaus? So war erst einmal Rudern angesagt statt segeln - das ist wohl der sportliche Aspekt des Modellsegelns.

Ein Reserveempfänger und die Verpackung von Papiertaschentücher behoben dann aber das Malheur. Bevor es dann wirklich zur Regatta ging, sollte das gute Stück aber noch seinen Namen bekommen. Der aufmerksame Leser kennt ihn schon. In Ermangelung einer geeigneten Jungfrau taufte Jürgen "Nonno" Schmelzer meine Laerke auf den Namen Alauda.

Was das für ein komischer Name ist? Ganz einfach - Laerke ist auf Deutsch Lerche und die heisst auf Lateinsch nun wieder Alauda - und wie eine Lerche sollte meine Laerke ja auch fliegen.

Meine Laerke fliegt ...

... unschön noch die Falte im Großsegel. Hier stimmt die Vorliekskurve noch nicht richtig mit der Mastbiegekurve überein

Der Blick auf's Heck zeigt die Schotführung. Die Vorschot läuft auf Steuerbord nach vorn, an Backbord ist der Gummizug zu sehen.

... und sie flog, meine Alauda. Tierisch schnell, wenig Neigung zu Steckern und fast schon zu ausgewogen auf dem Ruder setzte sie die Böen derartig rasant in Fahrt um, dass mir ein glatter Durchmarsch gelang. Sieben Einzelsiege bei sieben Wettfahrten gegen drei JIFs bzw. X1Ks und Jens (Tuxi) Eigenbau.

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