Baubericht der Laerke als 65er von Uwe Koch
Die Baulust hat mich mal wieder gepackt, meine Palos sind noch nicht fertig aber ich konnte mich nicht zurückhalten: ein Rundspanter wurde im Dezember auf die Helling gesetzt. Der Riss dafür ist ein verkleinerter IOM-Plan: die Laerke von Soren Andresen aus Dänemark. Vielen Dank dafür an Arne der den Plan für RG-65 bearbeitet hat und ihn mir zuschickte.
Das Boot ist eine relativ breite Skiffkonstruktion mit erhöhtem Vordeck. Ich habe vor den Rumpf mit 2mm Balsaleisten auf Mallen zu beplanken und danach 0,5mm Furnierstreifen diagonal darüber zukleben. Die drei hinteren Mallen sind etwas dick geraten aber meine Restekiste gab grad nichts Anderes her. Ich dachte mir es macht nichts weiter aus, die Rundung ist im Achterschiff nicht sonderlich ausgeprägt. Die Balsaleisten sind 2mm stark und ca. 6mm breit, habe ich mit der kleinen Kreissäge von Proxxon aus Brettchen ausgesägt. Die Mallen habe ich mit Klebeband abgeklebt damit sich die Schale nachher einfach abnehmen lässt, dazu muss ich nur den Bugspant absägen. Die Bauweise ist euch ja bekannt: Leiste für Leiste kleben und mit Nadeln fixieren.

Jetzt sind alle Planken drauf und ich habe den Rumpf schon vorsichtig geschliffen. Wie Marcus schon im Bericht seiner JIF 2 geschrieben hat: da ist nicht viel Holz und Balsa ist recht weich. Man sollte da behutsam rangehen um nicht durchzuschleifen. Ob ich den Rumpf nun ganz glatt schleife, mit Spachteln und so, weis ich gar nicht. Es kommt ja eh noch die Furnierschicht drauf.
In der nächsten Woche fahre ich nach Winsen an der Luhe, dort ist ein Händler, der hat Furniere in allen erdenklichen Holzarten.
Hier die Pläne: Attach:laerke.pdf Gruß Arne
Nachdem ich von vielen Kollegen hier aus dem Forum angesprochen wurde: furniert wird nun später, ich ziehe von dem Rumpf erstmal einige Schalen ab. Das ist jetzt zwar absolutes Neuland für mich, werde mir aber grosse Mühe geben. Dazu musste ich einiges an Material einkaufen: 40er und 120er Glasgewebe, Epoxydharz mit Härter und natürlich Trennwachs. Gewebe habe ich günstig über ebay bei einem Händler erstanden: insgesamt 5 qm, das Gewicht nach Wahl. Das Harz ist eine Alternative zu dem L 285, nur ohne Luftfahrtzulassung.
Der Rumpf wurde nun für das Laminieren noch einer speziellen, weiteren Behandlung unterzogen. Ich habe ihn nochmal geschliffen und dann mit einer 49er Lage Glasmatte belegt. Wieder verschliffen und am Bug noch etwas Polyesterspachtel aufgetragen, da war das Balsa leider etwas dünn geworden. Zuerst hatte ich vor den Rumpf zur besser Kontrolle letzter Unebenheiten mit Filler zu spritzen. Das habe ich mir denn aber doch verkniffen weil ich das Gefühl hatte, der Rumpf ist ausreichen glatt. Nun gings ans Wachsen und Polieren, insgesamt 5 mal habe ich Wachs aufgetragen und nachpoliert. Nun die Glasmatten großzügig zugeschnitten und das Harz angerührt. Ich war mir nicht ganz sicher wie ich weiterarbeiten sollte und habe daher die Methode von F-K Ries angewand: zuerst den Rumpf dünn bepinselt, dann die einzelnen Lagen draufgelegt und mit dem Flachpinsel das Harz ausgestrichen. Das funzte ganz gut, von meinen insgesamt 56 Gramm Harz/Härter-Gemisch war noch viel übrig, ich hatte wohl doch nicht zuviel Harz aufgetragen. Rainer hatte mal eine andere Methode vorgeschlagen: zuerst alle drei Matten auflegen, komplett mit Harz einstreichen und dann mit einer Scheckkarte o.Ä. das Harz rausdrücken. Werde ich vielleicht auch nochmal probieren.

Mit dem Ablösen der Schale habe ich mir dann einige Tage Zeit gelassen. Als Neuling auf dem Gebiet des Laminierens war ich besonders Vorsichtig. Das ging dann aber doch recht gut, mit einer Plastikkarte untergeschoben, hat sich die Form gut gelöst. Ich war aber doch etwas von der Festigkeit enttäuscht, hatte mir die Rumpfform stabiler und nicht so wabbelig vorgestellt. Die Waage zeigte nur 65,5 Gramm an, das war nun wieder super.
Jetzt mache ich mir mal Gedanken zum Innenausbau, da die Laerke ein Skiff-Design hat werde ich im Achterschiff schmale Konturspanten einkleben. Da kommt dann die grosse Plicht aus GFK drauf. Im Mittelschiff bei der Mastposition baue ich einen grossen Hauptspant ein, ich hoffe damit und mit den Balkwegern bekomme ich dann genügend Festigkeit in den Rumpf. Die schmalen Spanten werde ich aus einem Balsa-Epoxid-Sandwich oder Flugzeugsperrholz herstellen.
Ich habe dann doch ein Sandwich-Laminat hergestellt: zwei Balsabrettchen mit Glasgewebe dazwischen und als Decklage. Das Ganze mit Frischhaltefolie unter zwei Glasplatten und ordentlich beschwert. Lässt sich supergut in der Rundung sägen, schleifen und ist federleicht.
Die Sandwichplatte für die Spanten ist super geworden. Die Stärke beträgt 4,5 mm, damit habe ich eine gute Auflage für das Plichtdeck im Achterschiff.
Der Heckspant und die Balkweger sind mit 24h Epoxykleber angeklebt. Das Querholz ist nur für die Originalbreite lose angepasst, es drückt den Rumpf wieder etwas auseinander. Man kann auch supergut ein schmaleres Boot draus bauen: der Heckspant gibt die Breite vor und die 4x4 Balkweger ziehen die Schale zusammen. Im Hintergrund wartet die Laerke No 2 auf das Durchtrocknen.
Für das Vorschiff habe ich mir Hilfsspanten nach den Spantenrissen hergestellt, Unterzüge für das Deck eingepasst und das Brett fürs Segelservo eingeklebt. Das Ruderservo links im Schiff fliegt wieder raus, ich baue es später unters Cockpitdeck weiter hinten ein.
Das Cockpit habe ich zur Hälfte über ein 100er Regenrohr laminiert, dadurch ist es schonmal rund geformt und kann sauber ohne drücken und zwängen angepasst werden.
Zwei Leisten längsseits angeklebt und das Cockpit passt sauber in den Rumpf.
Die Deckshälften für das Vorschiff sind Reste meiner Laminieranfänge, schön leicht und superdünn. In der Mitte ist eine schmale Leite damit ich eine definierte Mittellinie für das abgeschrägte Vordeck bekomme.
Hier sind die hinteren Seitendecksteile drauf, die Ausschnitte für die Deckspatche sind ausgearbeitet und das ganze Boot gespachtelt, verschliffen und gefillert.
Die Kielfinne habe ich genauso wie bei der Palo gebaut. Diesmal aber industriell gefertigte 0,5mm GFK-Platten benutzt, ich hoffe das diese etwas steifer als meine selbstgepressten Platten sind. In der Mitte ist wieder ein 3mm CFK-Stab und vorn eine Zedernleiste für die Rundung. Die Finne ist genau nach dem Plan ziemlich breit: oben 6cm und nach unten auf 5cm verjüngt.

Die Kielfinne habe ich hier bei der Laerke auch wieder fest eingeklebt. Das runde Cockpit habe ich dann im Bereich der Dose durch eine Lage Glas wieder fast plan laminiert. Nun passt der Deckel gut drauf und ich vermeide stehendes Wasser in dem Bereich. Das denke ich zumindest, kann aber auch alles Quatsch sein, werde ich später dann ja sehen. Die Dose ist übrigens eine neue schmale Erdnussverpackung aus Stahlblech mit durchsichtigem Plastikdeckel von Lorenz, passt vom Durchmesser supergut zur Bootsgrösse. Da sollen später nur die Akkus und der Empfänger durchpassen. Das Ruderservo kommt dann weiter nach Achtern und wird mit Segeltuch abgeklebt.
Der Mastkoker ist ein CFK-Rohr aus meinem Drachenbaufundus, da passt der 6mm Exel-Mast saugend und schmatzend rein, hoffentlich muss ich nicht Alles wieder rausreissen weil ich keine Mastverstellung vorgesehen habe. Dachte mir, ich justiere den Mast nur mit dem Achterliek durch die Biegung und den Wanten. Falls das nicht funzt, muss ich da noch mal ran. Besser wäre natürlich, ich habe Glück und der Mast hat zufällig die optimale Position: mann muss halt positiv denken!
Das Gesamtgewicht von Schale, Deck und Finne liegt jetzt bei ca. 250 Gramm. Die Palo de Agua wiegt in dem Zustand mit Lack genau so viel.
Jetzt bau ich mir grad eine Halterung für das Ruderservo aus einem GFK-Balsa Sandwich, danach kann das Cockpit eingeklebt werden. Dann muss die Klebekante noch etwas verspachtelt werden und das Schiff kann in die Lackiererei. Achso, vorher muss ich noch die Durchgänge für die doppelte Ruderanlenkung basteln, grübel??? ...und das Antennenröhrchen nicht vergessen.
Das habe ich mir bei Arne abgeguckt: kreuzweise Kohlerovings als Verstärkung für die Schale im mittleren und hinteren Bereich. Die Ruderservohalterung ist eingeklebt sowie das Futter für den Rollenblock rechts. Das Antennenröhrchen habe ich mir gespart: direkt hinter dem Ruderkoker kommt eine 2mm Goldbuchse plan ins Cockpit. Die Antennenlitze führt dann von dort nach vorn zur Revisionsöffnung, der Rest wird mit dem passenden Stecker am Achterstak hoch geführt.
Das Cockpit ist jetzt eingeklebt, die Kanten verspachtelt, alles gefillert und einmal vorlackiert. Die doppelten Durchführungen für das Ruder sind eingeklebt, etwas mit Spachtel angeformt und das schwarze Nummerntuch verschließt die Revisionsöffnung für das Ruderservo. Vorn am Hauptspant sind kleine Abdeckungen aus GFK-Streifen rechts und links vom Mastkoker, die habe ich mir bei den Einmeterbooten abgeguckt. Das Cockpit ist zur Rumpfschale nicht weiter verstärkt aber trotzdem ausreichend stabil.

Nun ist es jetzt doch noch passiert, ich habe einen groben Fehler verbaut: das Mastrohr endet am Hauptspant eindeutig zu hoch. Besten Dank an Arne der mich noch rechtzeitig darauf hingewiesen hat. Der Vorteil eines Cockpit ist, mann kann den Grossbaum schön tief, also knapp über der Deckskante fahren. Der Druckpunkt im Segel ist somit wesentlich tiefer als z.B. bei der Palo de Agua. Da war bei mir der Griff zur Dremel nicht weit, ich habe das Kohlerohr um ca. 25mm gekürzt. An der Schottwand vom Hauptspant wurde dann noch etwas Material abgetragen damit die Mastbeschläge von RT-Sails gut passen. Jetzt baue ich mir aus einem Alu-Wantenspanner, Wirbel aus dem Angelshop und Kugelköpfen den Niederholer. Mal schaun was daraus wird.
Wird fortgesetzt....